Von Campavia
Camping in der Dordogne 2027. Périgord Noir, Kanu, Höhlen und die besten Plätze
Wo du in der Dordogne campst, was eine Nacht und ein Monat kosten, wann der Fluss am schönsten ist und welche Höhlen du ohne Reservierung vergessen kannst. Mit Reisezeit-Tabelle, Routenvorschlag und drei Plätzen zum direkten Anfragen.
Die Dordogne ist für Camper das, was die Toskana für Hotelgäste ist: ein Tal, das man einmal sieht und dann jedes Jahr wiederkommt. Ein träger Fluss zwischen Kalkfelsen, Burgen auf jeder zweiten Anhöhe, Höhlen mit 17.000 Jahre alten Malereien, und Märkte, auf denen du Walnüsse, Entenbrust und Cabécou direkt vom Erzeuger kaufst. Dazu Campingplätze, die oft seit drei Generationen in Familienhand sind.
Dieser Guide beantwortet die Fragen, die du vor der Anreise wirklich hast: Welcher Teil der Dordogne passt zu dir? Wann lohnt sich die Reise? Was kostet es? Und wo stellst du dein Wohnmobil hin, ohne im August auf einem Parkplatz zu landen?
Vier Périgords, ein Fluss
Das Département Dordogne heißt historisch Périgord und wird in vier Farben eingeteilt. Für die Platzwahl ist das die wichtigste Information überhaupt.
| Périgord | Zentrum | Das erwartet dich | Für wen |
|---|---|---|---|
| Noir (schwarz) | Sarlat-la-Canéda | Burgen von Beynac und Castelnaud, La Roque-Gageac, Domme, Kanu auf Dordogne und Vézère, Lascaux | Erstbesucher, Familien, Kanufahrer |
| Pourpre (purpur) | Bergerac | Weinberge von Monbazillac und Pécharmant, Bastiden wie Monpazier, flacheres Land | Weinliebhaber, Radfahrer |
| Vert (grün) | Nontron | Wälder, Seen, der Regionalpark Périgord-Limousin, wenig Verkehr | Ruhesuchende, Hundebesitzer |
| Blanc (weiß) | Périgueux | Kalkplateaus, die Stadt Périgueux mit Kathedrale und Markt, Trüffel im Winter | Genießer, Städtetrip-Kombinierer |
Wer zum ersten Mal kommt, fährt ins Périgord Noir. Dort liegt alles, was auf den Postkarten steht, auf einer Strecke von 40 Kilometern. Der Nachteil: Im Juli und August ist das Tal voll. Wer es ruhiger will, bleibt am Rand des Périgord Noir, zum Beispiel rund um Nabirat und Domme südlich des Flusses, und fährt die 20 Minuten nach Sarlat am Morgen.
Beste Reisezeit: Mai, Juni und September
Die Dordogne hat zwei Saisons, die sich kaum ähneln. Die Tabelle zeigt, was dich erwartet.
| Monat | Tagestemperatur | Fluss und Kanu | Plätze und Preise |
|---|---|---|---|
| April | 15 bis 18 °C | Kanu läuft an, Wasser noch kühl | Viele Plätze öffnen, Nebensaisonpreise |
| Mai | 19 bis 22 °C | Ideal, hoher Wasserstand | Ruhig, günstig, Feiertagswochenenden voll |
| Juni | 23 bis 26 °C | Perfekt zum Baden und Paddeln | Beste Mischung aus Wetter und Preis |
| Juli und August | 27 bis 32 °C | Niedriger Fluss, volle Verleihstationen | Hochsaison, Reservierung Pflicht |
| September | 22 bis 25 °C | Warmes Wasser, leere Kanus | Zweite beste Zeit, Preise sinken |
| Oktober | 16 bis 19 °C | Zu kühl zum Baden, schön zum Wandern | Viele Plätze schließen Mitte Oktober |
Für Langzeitcamper ist der Zeitraum von Mitte April bis Mitte Juni ein Geheimtipp: Die Plätze haben Zeit, die Monatspreise sind niedrig, und der Fluss hat noch genug Wasser für lange Kanutouren.
Die sieben Dinge, die du nicht auslassen solltest
- Kanu auf der Dordogne von Vitrac nach Beynac. Die klassische Halbtagestour führt an La Roque-Gageac und der Burg Castelnaud vorbei. Verleihstationen bringen dich mit dem Bus zum Startpunkt. Rechne mit 20 bis 30 Euro pro Zweierkanu.
- Lascaux IV in Montignac. Die Nachbildung der berühmten Höhle ist technisch beeindruckend und auch mit Kindern gut machbar. Online reservieren, im Sommer sind Vormittage Tage vorher ausgebucht.
- Font-de-Gaume bei Les Eyzies. Eine der letzten Originalhöhlen mit farbigen Malereien, die du noch betreten darfst. Nur wenige Besucher am Tag, Karten früh sichern.
- Markt in Sarlat am Samstag. Der ganze Altstadtkern wird zum Markt. Wer es ruhiger mag, geht am Mittwoch oder zum Bauernmarkt in Le Bugue am Dienstag.
- Beynac und Castelnaud. Zwei Burgen, die sich jahrhundertelang über den Fluss hinweg angeschaut haben. Castelnaud hat ein Mittelaltermuseum mit funktionierenden Wurfmaschinen.
- Domme. Bastide auf einem Felsen mit Blick über das ganze Tal. Vom Platz in Nabirat sind es 15 Minuten.
- Die Gärten von Marqueyssac. Formgeschnittene Buchsbäume auf einem Felsrücken, ein Spaziergang von einer Stunde mit dem besten Blick auf den Fluss.
Wo du campst: drei Plätze, drei Rollen
Campavia zeigt dir Plätze mit echten Preisen, pro Nacht und pro Monat, und du fragst direkt beim Gastgeber an. Für die Dordogne-Reise haben sich drei Stationen bewährt: ein Basislager im Périgord Noir, ein Weinstopp auf dem Weg nach Bordeaux und ein ruhiger Zwischenhalt für die Anfahrt aus dem Norden.
Basislager im Périgord Noir: Camping les Pialades, Nabirat
Camping les Pialades liegt in Nabirat, südlich der Dordogne zwischen Domme und Gourdon. 40 Stellplätze auf 2,7 Hektar Wald, die Parzellen sind groß und von Bäumen gerahmt, die Sanitäranlagen liegen nah, dazu ein Pool und Gemeinschaftsflächen. Wohnmobile bis 8 Meter, Strom 10 Ampere.
Der Platz ist für die Dordogne genau richtig gelegen: Sarlat in 20 Minuten, der Kanu-Einstieg in Vitrac in 15 Minuten, Domme und La Roque-Gageac ebenfalls. Gleichzeitig bist du abends raus aus dem Tal und hast Ruhe.
Preise: ab 17 Euro pro Nacht, als Monatspreis rund 357 Euro. Dazu kommen 0,55 Euro Kurtaxe pro Person und Nacht, die du vor Ort zahlst. Kostenlos stornieren kannst du bis 14 Tage vor Anreise.
Weinstopp Richtung Bordeaux: Le Coteau des Sens, Belvès-de-Castillon
Rund zwei Stunden westlich, kurz vor Saint-Émilion, liegt Le Coteau des Sens. Das ist kein klassischer Campingplatz, sondern ein Weingut, das Wohnmobile bis 15 Meter auf 100 Quadratmeter großen Plätzen aufnimmt. Der Aufenthalt selbst ist kostenlos, maximal 3 Nächte. Die Winzerfamilie wünscht sich, dass du etwa 30 Euro im Hofladen, beim Frühstück oder bei der Verkostung ausgibst, und genau das wirst du tun.
Was es gibt: Pool von April bis Oktober, Weinprobe jeden Sommerabend um 18:30 Uhr, Kellerführung für 12 Euro, auf Wunsch ein privates Spa. Strom 5 Euro am Tag, Hunde willkommen. Außerhalb des Sommers unbedingt vorher anfragen.
Zwischenhalt aus dem Norden: Camping Courte de Vallée, Airvault
Wer aus Deutschland, den Niederlanden oder Belgien über Tours kommt, hat in Airvault im Département Deux-Sèvres einen sinnvollen Halt. Camping Courte de Vallée ist ein britisch geführter Platz mit 110 Quadratmeter großen Rasenparzellen im Tal des Thouet, ein paar Minuten zu Fuß vom mittelalterlichen Ortskern. Pool von Mai bis September, Bar und Lounge von März bis Oktober, Hunde erlaubt.
Preise: ab 23 Euro pro Nacht oder 690 Euro im Monat, Strom 9 Euro am Tag. Von hier sind es gut drei Stunden bis nach Sarlat.
Alle drei Plätze findest du mit aktuellen Preisen auf der Frankreich-Übersicht.
Was eine Woche und ein Monat kosten
Die Dordogne ist nicht teuer, wenn du außerhalb der Schulferien kommst. Eine Beispielrechnung für zwei Personen mit Wohnmobil:
| Posten | Eine Woche im Juni | Ein Monat im Mai |
|---|---|---|
| Stellplatz (Les Pialades) | 7 × 17 € = 119 € | 357 € |
| Kurtaxe (2 Personen) | 7,70 € | 33 € |
| Strom (nach Verbrauch oder Pauschale) | 20 bis 40 € | 60 bis 120 € |
| Kanu, Höhlen, Burgen | 80 bis 120 € | 150 bis 250 € |
| Markt und Essen gehen | 150 bis 250 € | 500 bis 800 € |
| Summe | rund 400 bis 540 € | rund 1.100 bis 1.560 € |
Zum Vergleich: In der Hochsaison kosten viele Plätze im Tal 35 bis 50 Euro pro Nacht, und die Monatspreise gibt es dann gar nicht.
Länger bleiben: die Dordogne als Frühlings- oder Herbstquartier
Immer mehr Camper, die den Winter in Spanien verbringen, legen auf dem Rückweg im April und Mai einen Monat in der Dordogne ein. Das Klima ist mild, die Preise sind niedrig, und du hast das Tal fast für dich. Das Gleiche gilt für September und Oktober auf dem Hinweg.
Worauf du beim Monatspreis achten solltest:
- Strom. Manche Plätze rechnen nach Zähler, andere pauschal. Bei einem Monat macht das 50 bis 100 Euro Unterschied. Auf Campavia steht die Stromregel bei jedem Platz dabei.
- Öffnungszeiten. Viele Plätze im Périgord Noir schließen Mitte Oktober und öffnen Anfang April. Prüfe die angebotenen Monate auf der Platzseite.
- Hund. Die meisten Familienplätze nehmen Hunde, manche berechnen 1 bis 3 Euro pro Nacht.
- Stornofrist. Bei einem Monat willst du nicht die ganze Summe im Voraus zahlen. Auf Campavia zahlst du bei Buchungen ab 300 Euro nur 30 Prozent an, der Rest bei Anreise.
Praktische Hinweise für Wohnmobil und Wohnwagen
- Straßen. Das Tal ist eng, aber mit 8 Metern gut befahrbar. Die Brücken bei La Roque-Gageac und Beynac sind schmal, im Sommer bilden sich Staus. Fahre morgens vor 10 Uhr oder abends nach 18 Uhr.
- Parken. In Sarlat gibt es ausgeschilderte Wohnmobilparkplätze am Rand der Altstadt. In Domme und La Roque-Gageac ist das Parken mit großen Fahrzeugen im Ortskern nicht möglich, nutze die Parkplätze am Ortseingang.
- Gas. Französische Flaschen passen nicht an deutsche Regler. Nimm einen Adapter mit oder fülle vorher voll.
- Einkaufen. Supermärkte gibt es in Sarlat, Gourdon und Le Bugue. Für Käse, Enten und Nüsse sind die Märkte besser und nicht teurer.
Häufige Fragen zum Camping in der Dordogne
Wann ist die beste Zeit zum Kanufahren auf der Dordogne? Von Mai bis Juni und im September. Dann ist der Wasserstand hoch genug für lange Strecken, das Wasser warm genug zum Baden, und die Verleihstationen sind nicht überlaufen. Im August ist der Fluss flach und voll.
Brauche ich für Lascaux eine Reservierung? Ja. Lascaux IV verkauft Karten für feste Zeitfenster. Im Juli und August sind Vormittage oft Tage vorher ausgebucht. Für Font-de-Gaume gibt es nur wenige Karten am Tag, dort solltest du Wochen vorher buchen.
Kann ich mit dem Wohnmobil frei stehen? In der Dordogne ist das Freistehen in den meisten Gemeinden untersagt, besonders im Tal. Es gibt gut ausgestattete Stellplätze in vielen Orten. Für mehr als eine Nacht ist ein Campingplatz mit Monatspreis fast immer günstiger als die Summe der Stellplatzgebühren.
Was kostet ein Monat auf dem Campingplatz in der Dordogne? Außerhalb der Hochsaison zwischen 350 und 600 Euro für zwei Personen mit Wohnmobil, je nach Platz und Stromregel. Camping les Pialades liegt bei rund 357 Euro im Monat.
Sind Hunde auf den Plätzen erlaubt? Auf den meisten, auch auf den drei hier genannten. In Kanus sind Hunde bei vielen Verleihern erlaubt, frag vorher. In Höhlen und Burgen nicht.
Wie weit ist es von Deutschland in die Dordogne? Von Köln nach Sarlat sind es rund 1.000 Kilometer, von Stuttgart etwa 1.100. Mit einem Zwischenhalt, zum Beispiel in Airvault, ist das in zwei entspannten Tagen zu schaffen.
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